Schon die alten Fürstbischöfe Fuldas wussten einen edlen Gerstensaft zu schätzen. Deshalb gründeten sie bereits um 1500 in Motten die fürstbischöflich-fuldische Amtsbrauerei und brauten hier im Herzen der Rhön fast 300 Jahre ihr eigenes Bier. Erst als im Zuge von Krieg und Kontribution das Fürstbistum gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen Teil seiner Besitzungen verkaufte, kam es auch für die Brauerei in Motten zu Veränderungen. Am 12. Dezember des Jahres 1791 schrieb die 'Hochfürstlich Fuldische Rentkammer' die Herrschaftliche Wirtschaft und Brauerei zu Motten zur Versteigerung im Amtsblatt aus. Schließlich erhielt der zu dieser Zeit 51 Jahre alte Johann Georg Will, bis dahin Bauer in Motten, gegen einen Kaufpreis von 6000 Gulden den Zuschlag.
Hiermit begann eine lange gemeinsame Geschichte der Familie Will und der Brauerei, und über mehrere Generationen hin führte die Familie Will die Geschicke der für lange Zeit kleinen Brauerei. Zwischen den beiden Weltkriegen kam die Brauerei aufgrund von Inflation, Rohstoffmangel und des Todes des damaligen Inhabers Max Will in eine schwere Krise, die beinahe zum Ende der Mottener Brautradition geführt hätte. Glücklicherweise fand sich in dieser schwierigen Zeit mit Karl Will ein mit Elan und Fleiß ausgestatteter Nachfolger.
Erst 18jährig übernahm Karl 1925 im Namen seiner verwitweten Mutter die Geschäftsführung der stillgelegten Brauerei und eröffnete sie wieder. Trotz der bescheidenen Geschäftseinrichtung gelang es, gegen alle Schwierigkeiten und Rückschläge bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges einen wettbewerbsfähigen Betrieb mit einem Jahresausstoß von 10.000 hl aufzubauen.
Durch den Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft nach dem zweiten Weltkrieg sank der Bierausstoß 1945 bis 1948 erheblich ab, und es musste wieder von vorne angefangen werden. Durch Fleiß und unternehmerische Weitsicht gelang es erneut, den Betrieb langsam wieder hochzubringen. Durch die Steigerung des Absatzes wurden die vorhandenen Anlagen bald schon zu klein. Deshalb wurde 1953 der gesamte Betrieb umgebaut, modernisiert und rationalisiert, was den Grundstein für die in den Folgejahren stattfindende Expansion legte. 1961 erreichte der Jahresausstoß zum ersten Mal in der Geschichte der Will-Bräu die 100.000 hl, bald übertraf er die 200.000 hl und das Bier wurde in ganz Deutschland verkauft.
1981 starb Karl Will im Alter von 74 Jahren und nach 55 Jahren erfolgreicher Unternehmensführung, und sein Sohn Helmut führte die Brauerei weiter. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurde 1983 erneut in moderne und zukunftsweisende Anlagen investiert. So wurde eine neue Flaschenabfüllanlage gebaut und modernste Gärtanks (ZKG) installiert.
Der frühe Tod Helmut Wills Ende 1983 machte einen erneuten Wechsel in der Geschäftsführung notwendig. Da sein Sohn jedoch noch nicht volljährig war, war eine Nachfolge innerhalb der Familie Will nicht möglich. So kam es auch, dass die Brauerei 1987 in den Besitz des Hochstiftlichen Brauhauses Fulda überging und damit die jahrhundertealte Verbindung zwischen dem Fürstbistum Fulda und der Brauerei Motten wieder belebt wurde.
Seitdem gehen das Hochstiftliche Brauhaus in Bayern (so wie sich die Will Bräu heute offiziell nennt) und das Hochstiftliche Brauhaus Fulda ihren Weg als regionale Brauereien erfolgreich gemeinsam. 1997 kamen noch die Lauterbacher Burgbrauerei und die Auerhahn Bräu in Schlitz hinzu, sodass die Will Bräu inzwischen Teil einer Familie kleiner, aber feiner Regionalbrauereien ist und zuversichtlich in die Zukunft schaut.
Das Hochstiftliche Brauhaus in Bayern ist innerhalb der kleinen Brauereigruppe auf das Brauen der bayerischen Biere spezialisiert, was unter anderem die strenge Achtung des aus 1516 stammenden 'Bayerischen Reinheitsgebotes' als selbstverständlich bedingt. Neben unseren 'Bierschmankerln' produzieren wir ein breites Marken-Sortiment an alkoholfreien Getränken: "Original Bayerisch Malz", Limonaden der Marke 'Libella' sowie das Cola-Mix-Getränk 'Original Spezi' erfreuen sich großer Beliebtheit bei Jung & Alt. Dies stellt vor dem Hintergrund des weiter sinkenden Pro-Kopf-Verbrauchs an Bier ein äußerst wichtiges, wirtschaftliches Standbein unseres Hauses dar.
Als mittelständisches Unternehmen und einzig verbliebene Brauerei im Landkreis Bad Kissingen verstehen wir uns als 'Brauerei der Region' mit starker Kundenbindung im heimatlichen Kerngebiet. Nur aufgrund kurzer, direkter Lieferwege kann das 'lebende' und äußerst sensible Produkt Bier in seiner frischen Qualität den Kunden und Bierfreund verwöhnen. Lange und strapazierende Transportwege, wie sie für überregionale Industriebrauereien unvermeidbar sind, müssen unsere Produkte nicht auf sich nehmen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Biere unseres Brauereiverbundes bei der jährlichen Teilnahme an der DLG-Bundesprämierung regelmäßig mit dem goldenen Preis ausgezeichnet werden. |